
Mit schwerem Herzen, aber voller Liebe und Dankbarkeit, gedenken die Mitglieder der International Society of Bassists dem Leben ihres unvergleichlichen Gründers Gary Karr. Gary verstarb am 16. Juli an den Folgen eines Hirnaneurysmas. Kurz zuvor war bei ihm ein aggressiver und inoperabler Krebs diagnostiziert worden. Wer ihn letzten Monat noch so ausgelassen auf der ISB-Convention an der Florida State University erlebte, hätte nie vermutet, dass er bereits große Schmerzen litt. Er wurde nur 83 Jahre alt. (Foto mit freundlicher Genehmigung des Spokane, Washington Spokesman-Review)
Gary wurde am 20. November 1941 als Gary Michael Kornbleit in Los Angeles, Kalifornien, geboren. Die Familie änderte 1944 ihren Nachnamen in Karr. Nach seinem Besuch der University of Southern California studierte Gary an der Juilliard School, wo Herman Reinshagen und Stuart Sankey zu seinen wichtigsten Lehrern zählten. Sein Durchbruch gelang ihm 1962 als Solist in Leonard Bernsteins landesweit im Fernsehen übertragener „Young People’s Concerts“ . Als ihm die Gelegenheit geboten wurde, „Der Elefant“ aus Saint-Saëns’ „ Karneval der Tiere“, bestand Gary darauf, „Der Schwan“ zu spielen. Und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
Als wegweisender Kontrabass-Solist trat Gary mit Dutzenden bedeutender Orchester und auf Konzertbühnen weltweit auf. Er brachte zahlreiche neue Werke für Kontrabass zur Uraufführung und gab sie in Auftrag. Sein umfangreiches Repertoire dokumentierte er auf über 90 Aufnahmen, die meisten davon mit seinem Ehemann und Lebens- und Musikpartner, dem Pianisten und Organisten Harmon Lewis, mit dem er über 50 Jahre zusammen war.
Gary war ein einflussreicher und inspirierender Lehrer. Er lehrte nicht nur an der Juilliard School, dem New England Conservatory of Music, der Hartt School, der Yale University und der Indiana University, sondern unterrichtete auch Musik an Schulen in Halifax, Nova Scotia. Diese Erfahrung veranlasste ihn, eine Reihe von Lehrbüchern für angehende Bassisten zu schreiben, in denen er selbst die jüngsten Schüler ermutigte, ihren eigenen, einzigartigen musikalischen Ausdruck auf dem Instrument zu entdecken und zu schätzen.
Gary suchte die Schönheit in der Welt um sich herum und in allem, was er tat. Gleich nach seiner Liebe zur Musik war die Freude am Gärtnern seine größte Leidenschaft. Der atemberaubende Garten seines Hauses in Victoria, British Columbia, Kanada, ist zu einem beliebten Anlaufpunkt für Besucher der Insel geworden.
Gary war ein kreativer Künstler, Förderer von Kunst und Bildung sowie ein großzügiger Freund, Mentor und Philanthrop. 1967 gründete er die International Society of Bassists, um seinen Bassistenkollegen ein Forum für den Austausch von Musik, Ideen und Freundschaft zu bieten – eine Mission, die bis heute fortgeführt wird.
Gary, der unzählige Auszeichnungen und Ehrungen erhielt, war eine prägende Figur in der Geschichte unseres geliebten Instruments. Sein Einfluss wird noch Jahrzehnte spürbar sein.
Die ISB wird das außergewöhnliche Leben von Gary Karr mit einer virtuellen Gedenkveranstaltung würdigen. Datum und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben. Danke, Gary, für alles, was du der weltweiten Bass-Community gegeben hast. Wir sind stolz darauf, die Familie zu sein, die du geschaffen hast.
Gary Karr (20. November 1941 – 16. Juli 2025) schuf eine beispiellose und bahnbrechende internationale Karriere als Musiker, Aufnahmekünstler, Pädagoge, Innovator, Philanthrop und Ikone. Gary wird auch weiterhin Bassisten aller Altersgruppen dazu inspirieren, nach den Sternen zu greifen.
Seit seinem Debüt mit Leonard Bernstein und den New Yorker Philharmonikern im Jahr 1962 konzertierte Gary Karr als Solist mit Orchestern auf sechs Kontinenten. Durch Live- und Online-Konzerte, Radio-, Fernseh- und Printinterviews sowie Dutzende gefeierter Aufnahmen erreichte er Millionen von Musikliebhabern (Gary Karr Store). Sein Repertoire umfasste Solo- und Kammermusik vom Barock bis zur Moderne sowie virtuose Transkriptionen. Er gab nicht nur neue Musik für Kontrabass in Auftrag, sondern Dutzende Komponisten widmeten ihm auch Werke.
1961 lernte Gary den Pianisten und Organisten Harmon Lewis, der sein beruflicher und Lebenspartner wurde. Über 50 Jahre lang tourten sie als Karr Lewis Duo um die Welt, begeisterten ihr Publikum und gewannen neue Fans für den Kontrabass.
Im Jahr 1967 gründete Gary das International Institute for String Bass, das heute als International Society of Bassists bekannt ist, und schuf damit ein einladendes Forum für Mitglieder aller Altersgruppen und Könnensstufen, um alle Aspekte des Instruments kennenzulernen und zu erforschen.
Garys Großzügigkeit gegenüber der ISB kannte keine Grenzen, und er ist bis heute unser größter Einzelförderer. 2004 schenkte er der ISB seinen legendären Kontrabass, der einst Serge Koussevitzky gehörte und den Gary von dessen Witwe Olga erhalten hatte. Der heute als Karr-Koussevitzky-Basssteht ISB-Mitgliedern für Konzerte und Aufnahmen zur Verfügung. Während der COVID-Pandemie spendete Gary fast 300.000 US-Dollar an Hilfsgeldern für Bassisten weltweit.
